Tanja Mohr (*1968) ist eine in München lebende und arbeitende deutsche Künstlerin, deren Werk sich durch eine eigenständige, vielschichtige Auseinandersetzung mit Farbe, Raum und Wahrnehmung auszeichnet. Ihre Malerei bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Abstraktion und landschaftlicher Anmutung und eröffnet Bildräume, die weniger abbilden als vielmehr Erfahrungs- und Assoziationsräume schaffen.
Nach dem Abitur am Johann-Christian-Reinhart-Gymnasium in Hof studierte Tanja Mohr von 1988 bis 1994 Malerei und Grafik an der Akademie der Bildenden Künste München. Bereits während ihres Studiums wurde sie als Meisterschülerin gefördert und früh für ihre künstlerische Eigenständigkeit wahrgenommen. Es folgten zahlreiche Stipendien, Preise und Förderungen, darunter die Aufnahme in die Studienstiftung des deutschen Volkes, der Bernward-Preis des Bistums Hildesheim, ein DAAD-Stipendium für London sowie weitere renommierte Auszeichnungen und Arbeitsstipendien im In- und Ausland.
Im Zentrum von Tanja Mohrs künstlerischer Arbeit steht die intensive Beschäftigung mit Farbe als Trägerin von Raum, Licht und Stimmung. Sie arbeitet mit selbst hergestellten Malmitteln und aufwendig entwickelten Lasurtechniken, durch die ihre Bilder eine besondere Tiefenwirkung, Strahlkraft und Materialität entfalten. Die Farbräume changieren zwischen Glanz und Mattigkeit und erzeugen Bildlandschaften, die an Naturphänomene, atmosphärische Zustände oder frühneuzeitliche Landschaftsmalerei erinnern, ohne je konkret zu werden. Gerade diese Offenheit fordert den Blick der Betrachterinnen und Betrachter heraus und lädt dazu ein, Wahrnehmung, Deutung und Assoziation immer wieder neu zu befragen.
Ein zentrales Moment ihres Werks ist das bewusste Spiel zwischen Abstraktion und Figuration. Figurative Elemente treten zurück oder lösen sich vollständig auf, während Farbe, Licht und Komposition in den Vordergrund rücken. In ihren kleinformatigen Arbeiten - oft als „Miniaturen“ bezeichnet – verdichtet sich dieser Ansatz besonders: Nicht die Größe des Bildes, sondern die Intensität der malerischen Aussage steht im Fokus. Diese Arbeiten sind keine Vorstudien, sondern autonome Werke, die das Verhältnis von Nähe, Konzentration und Wahrnehmung radikal zuspitzen.
Tanja Mohrs Arbeiten wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland gezeigt, unter anderem in Museen, universitären Kontexten, Galerien und auf internationalen Kunstmessen. Ihre Ausstellungen am Center for Advanced Studies der Ludwig-Maximilians-Universität München machten früh deutlich, wie stark ihre Kunst als verbindendes Element zwischen unterschiedlichen Disziplinen wirken kann. Ihre Werke finden sich heute in öffentlichen und privaten Sammlungen.
Mit ihrer Malerei schafft Tanja Mohr Bildräume von großer atmosphärischer Dichte, die sich eindeutigen Zuschreibungen entziehen und gerade dadurch ihre nachhaltige Wirkung entfalten. Ihre Arbeiten eröffnen eine sinnliche, zugleich reflektierte Annäherung an Welt und Wahrnehmung - eine Qualität, die ihr Werk bis heute prägt und kontinuierlich weiterentwickelt.













